Das war heute ein eher kurzer Besuch bei Konrad und Johann, herausgekommen ist ein Fugenkapitel. Und schlieülich habe ich den Epilog geschrieben, weil er mit schon seit Tagen im Kopf herumgeistert und ich die Worte einfach nicht vergessen wollte. Mit dem Ergebnis bin ich ganz zufrieden, auch wenn es ein seltsames Gefühl ist, jetzt schon das Kapitel nach dem eigentlichen Ende geschrieben zu haben, wenn noch die ganze Mitte fehlt. Das Ende gibt es ja bereits seit Oktober, seit dem Urlaub an der Ostsee. In der Mitte fehlt noch wahnsinnig viel, aber ich bin zuversichtlich, auch wenn ich gerade etwas durchhänge.
Auf jeden Fall wird es jetzt Zeit für die Interviews ...
Aber erst mal - Abendessen! :-)
Liebe Grüße,
Jens
PS: Im Hintergrund lief eben aus Versehen und die meiste Zeit unbeachtet "DSDS Kids". Meinen die das ernst? So ein Scheiß ist allen Ernstes gestern Abend ab 20.15 Uhr gelaufen? Kinderprogramm am Sonntagabend??? RTL, wie armseklig ist das denn??? Ich hoffe, das war die einzige Sendung.
Sonntag, 6. Mai 2012
Dienstag, 1. Mai 2012
Männerleben, Teil 3
Soeben kehre ich von einem weiteren Besuch bei meinen beiden Protagonisten Konrad und Johann zurück. Beide sind mir inzwischen wie Freunde ans Herz gewachsen, und ich sehe sie immer klarer vor mir. Heute ist sicherlich eines der wichtigsten Kapitel im Buch entstanden, auf das auch recht stolz bin, da es zunächst in angenehmen Erzähltempo vor sich hinfließt, um dann mit einem Knall zu Ende zu gehen. Und ich kann sagen, dass es großen Spaß macht, unverblümt, ja sogar frivol zu schreiben ... Trotzdem bin ich mir sicher, dass alles einigermaßen geschmackvoll erzählt wird. Auf "fremde" Reaktionen bin ich aber gespannt wie ein Flitzebogen. Jedenfalls freut es mich sehr, dass die Geschwindigkeit, mit der Anke die neuen Kapitel verschlingt, immer weiter wächst.
Heute Abend, also gleich, sind wir zum Tapas-Essen mit Freunden verabredet. Mir bleibt nun noch etwas mehr als eine Stunde. Doch die möchte ich der Versöhnung widmen! :-)
Wünsche Euch einen tollen Mai-Abend ...
Liebe Grüße,
Jens
Heute Abend, also gleich, sind wir zum Tapas-Essen mit Freunden verabredet. Mir bleibt nun noch etwas mehr als eine Stunde. Doch die möchte ich der Versöhnung widmen! :-)
Wünsche Euch einen tollen Mai-Abend ...
Liebe Grüße,
Jens
Sonntag, 29. April 2012
Männerleben, Teil 2
Endlich bin ich wieder eingetaucht in die Welt meiner beiden neuen Protagonisten Konrad Weiß und Johann von der Lohe. Eigentlich hätte einiges für den Beruf zu schreiben gehabt, doch die im Kopf fertigen Geschichten wogen gestern einfach zu schwer, so dass ich letztendlich mit dem Schreiben beginnen musste und seit gestern Abend drei große Kapitel niedergeschrieben habe. Auch die Erlebnisse im "Pulverfass Cabaret" sind auf ihre Weise niedergeschrieben. An dieser Stelle bedanke ich mich noch einmal bei Chris aus Berlin für die freundliche Offenheit und das spannende Gespräch, das mir die Kunst der Travestie um einiges näher gebracht hat. Jetzt habe ich gut 20 Seiten geschrieben, bin erschöpft und betrübt, dass ich morgen wieder arbeiten muss und erst am Dienstag zu "Männerleben" zurückkehren kann. Zwei fertige Geschichten habe ich noch im Kopf, ein zweites Weihnachtskapitel und die Geschichte um ein skurriles Coming-out.
Die erste Weihnachtsgeschichte habe ich gerade geschrieben, zuletzt befeuert von Aperol Spritz, denn draußen scheint die Sonne, es ist schwül und warm und damit alles andere als weihnachtlich. Dank des Aperols ist mir wenigstens festlich ... Davor war ich zu Gast im "Dynamit Cabaret" und davor wiederum habe ich Johann von der Lohes Heimat und seine Flucht beschrieben. Alles in allem bin ich sehr zufrieden, auch wenn sich beim Schreiben offenbar, wie viel ich werde recherchieren müssen, wie viel Historisches geklärt werden muss. Anke durfte die Kapitel schon lesen - und ich freue mich sehr darüber, dass sie beeindruckt ist und mich in dem Gefühl bestätigt, dass ich mit "Männerleben" auf einem richtigen Weg bin.
Da der Periplaneta-Verlag ob des Themas eher zögerlich reagiert hat, überlege ich, ob ich noch einmal die Ochsentour gehe und sämtliche Verlage anschreibe. Oder ob ich im Oktober bei der Frankfurter Buchmesse Klinken putze ... Aber so viel ist klar: Diese Geschichten werden zu Ende geschrieben.
Jetzt leere ich meinen Aperol, dann gibt es Abend essen. Und wenn die schmerzenden Laptopfinger dann noch einmal wollen, schreibe ich noch Weihnachten, Teil 2 ...
Ich wünsche einen tollen Abend. Liebe Grüße,
Euer Jens
PS: Auf dem Bild seht Ihr Chris aus Berlin, die ich im Hamburger "Pulverfass-Cabaret" an der Reeperbahn kennen lernen durfte.
Die erste Weihnachtsgeschichte habe ich gerade geschrieben, zuletzt befeuert von Aperol Spritz, denn draußen scheint die Sonne, es ist schwül und warm und damit alles andere als weihnachtlich. Dank des Aperols ist mir wenigstens festlich ... Davor war ich zu Gast im "Dynamit Cabaret" und davor wiederum habe ich Johann von der Lohes Heimat und seine Flucht beschrieben. Alles in allem bin ich sehr zufrieden, auch wenn sich beim Schreiben offenbar, wie viel ich werde recherchieren müssen, wie viel Historisches geklärt werden muss. Anke durfte die Kapitel schon lesen - und ich freue mich sehr darüber, dass sie beeindruckt ist und mich in dem Gefühl bestätigt, dass ich mit "Männerleben" auf einem richtigen Weg bin.
Da der Periplaneta-Verlag ob des Themas eher zögerlich reagiert hat, überlege ich, ob ich noch einmal die Ochsentour gehe und sämtliche Verlage anschreibe. Oder ob ich im Oktober bei der Frankfurter Buchmesse Klinken putze ... Aber so viel ist klar: Diese Geschichten werden zu Ende geschrieben.
Jetzt leere ich meinen Aperol, dann gibt es Abend essen. Und wenn die schmerzenden Laptopfinger dann noch einmal wollen, schreibe ich noch Weihnachten, Teil 2 ...
Ich wünsche einen tollen Abend. Liebe Grüße,
Euer Jens
PS: Auf dem Bild seht Ihr Chris aus Berlin, die ich im Hamburger "Pulverfass-Cabaret" an der Reeperbahn kennen lernen durfte.
Sonntag, 25. März 2012
Also, es geht los. Nach einer längeren Pause habe ich eben endlich wieder ein kleines Kapitel für mein neues Projekt "Männerleben" geschrieben. Es ist schon das vierte, nachdem ich im Herbst vergangenen Jahres schon den möglichen Beginn und zwei weitere Geschichten aufgeschrieben habe.
Das Feedback könnte bisher unterschiedlicher kaum sein. Diejenigen, die eingeweiht sind und den Inhalt kennen, sind sehr wohlwollend, wenn nicht sogar begeistert. Von professioneller Seite aber schlagen mir Bedenken entgegen, auch mein Verlag gibt sich bisher sehr skeptisch, weil es um ein "Spezialthema" geht, wie es von dort heißt. Aber das Thema an sich kam an, es gefiel. Eine klare Absage kam gestern zudem aus der Filmbranche, weil man mit dem Thema Probleme in der Vermarktung sieht, wobei der zuständige Projektentwickler an sich auch mehr als angetan war von der Idee.
Für mich bedeutet dies: Ich bin auf dem richtigen Weg. Vielleicht braucht es dieses Buch gerade jetzt. Um mir selbst Mut zu machen, mich weiter zu motivieren und das Schreiben fortzusetzen, beginne ich diesen Block, der "Männerleben" dokumentierend begleiten soll, ohne dass zu viel verraten würde. Heute Abend jedenfalls werde ich schreiben, so lange ich die Augen aufhalten kann. Es hat so unglaublich gut getan, heute ein Kapitel zu schreiben und den Weg zurück zu finden zu Konrad und Johann, meinen beiden Protagonisten.
Ich freue mich über Feedback, schreibt mir! Macht mir Mut und begleitet mich dabei. Schreiben kann manchmal furchtbar einsam sein. Und an die Eingeweihten: Ich brauche jetzt Eure Hilfe, Eure Kontakte und vor allem Eure Geschichten.
Ich bin guter Dinge.
Liebe Grüße,
Euer Jens
Das Feedback könnte bisher unterschiedlicher kaum sein. Diejenigen, die eingeweiht sind und den Inhalt kennen, sind sehr wohlwollend, wenn nicht sogar begeistert. Von professioneller Seite aber schlagen mir Bedenken entgegen, auch mein Verlag gibt sich bisher sehr skeptisch, weil es um ein "Spezialthema" geht, wie es von dort heißt. Aber das Thema an sich kam an, es gefiel. Eine klare Absage kam gestern zudem aus der Filmbranche, weil man mit dem Thema Probleme in der Vermarktung sieht, wobei der zuständige Projektentwickler an sich auch mehr als angetan war von der Idee.
Für mich bedeutet dies: Ich bin auf dem richtigen Weg. Vielleicht braucht es dieses Buch gerade jetzt. Um mir selbst Mut zu machen, mich weiter zu motivieren und das Schreiben fortzusetzen, beginne ich diesen Block, der "Männerleben" dokumentierend begleiten soll, ohne dass zu viel verraten würde. Heute Abend jedenfalls werde ich schreiben, so lange ich die Augen aufhalten kann. Es hat so unglaublich gut getan, heute ein Kapitel zu schreiben und den Weg zurück zu finden zu Konrad und Johann, meinen beiden Protagonisten.
Ich freue mich über Feedback, schreibt mir! Macht mir Mut und begleitet mich dabei. Schreiben kann manchmal furchtbar einsam sein. Und an die Eingeweihten: Ich brauche jetzt Eure Hilfe, Eure Kontakte und vor allem Eure Geschichten.
Ich bin guter Dinge.
Liebe Grüße,
Euer Jens
Mittwoch, 18. Januar 2012
Möbelkauf und Comedy
IKEA Deutschland GmbH & Co. KG
Abteilung Kundenservice,
Reklamationsmanagement, Beschwerden
Niederlassung Köln-Godorf
Godorfer Hauptstraße 171
50997 Köln
Betreff: Reklamation unserer Bestellung und Hinweise auf die kuriosen
Umstände
Köln, 19. Januar 2012
Sehr geehrte Damen
und Herren,
am Samstag, 7. Januar 2012, haben wir in Ihrem Haus einen wahren
Mammuteinkauf mit Billy, Benno und Flären erledigt und uns dann mit
Einkaufsservice, Liefertaxi und Vor-Ort-Montage auch noch das
„Rundherum-Sorglos-Paket“ gegönnt, wobei „Sorglos“ leider nicht mehr zutrifft.
In der Tat haben wir erfahren müssen, dass unser erster Versuch, derartige
Ikea-Dienste in Anspruch zu nehmen, eher Sorgen bereitet.
Zum Beispiel das Lastentaxi. Dort wurde ein falscher Liefertermin anstelle
des angestrebten Samstags, 14. Januar, notiert. Jegliche Versuche, den
Betreiber (MC-Dienstleistungen in Groß-Gerau) zu erreichen, scheiterten
zunächst gleich an zwei Tagen. Weder telefonisch noch auch auf unsere E-Mails oder
das Kontaktformular im Internet bekamen wir irgendeine Antwort. Also rief ich
bei Ikea an, unter „01805“ und damit für 14 Cent die Minute, um jenen Termin
berichtigen zu lassen.
Das Gespräch mit Ihrem Mitarbeiter war wenig erquicklich, obwohl es
durchaus an Comedy erinnerte. Wieder und wieder musste ich nämlich Dinge
wiederholen, Nummern aufsagen und ähnliches, so dass ich mich längst nicht mehr
des Eindrucks erwehren kann, dass das Gespräch möglichst in die Länge gezogen
werden sollte, damit es den Kunden, und damit mich, schön viel kostet. Es waren
dann auch satte zwölf Minuten (!) an deren Ende Ihr Mitarbeiter sagte, dass er ohnehin
nicht helfen könne. Zuvor hatte es eine skurrile Diskussion darüber gegeben, ob
wir das Lastentaxi im Ikea-Gebäude
oder außerhalb des Gebäudes gebucht
hätten. Sie kennen sich (hoffentlich) in Ihrem Betrieb aus und wissen, dass wir
das Lastentaxi im Haus gebucht haben
und nicht vor der Tür in der Godorfer Kälte. Ihr Mitarbeiter aber meinte, dass
das einfach unmöglich sei, wir müssten es draußen
gebucht haben, Lastentaxis würden immer
draußen gebucht … Daher könne er mir und uns nicht helfen. So viel Kompetenz
habe ich prompt durch Auflegen klar bewertet.
Wenigstens war dann ein weiterer Versuch, MC-Dienstleistungen zu
erreichen, endlich von Erfolg gekrönt und die Lieferung von Benno, Billy und
Flären zum einst vereinbarten Termin klappte dann auch an besagtem Samstag
vergangener Woche reibungslos. Und es wurde ein bemerkenswerter Nachmittag! Es
kamen zwei Kollegen von Ihnen. Der eine von beiden entschuldigte sich sofort
für seine schlechte Körperhaltung. Er habe zu lange auf der Sonnenbank gelegen
und der Sonnenbrand auf dem Rücken bereite ihm unglaubliche Schmerzen. „Armer
Kerl“, dachte ich und war dann auch gern bereit zuzulassen, dass er sich von
seinem Kollegen mit jenem „Soventol“-Gel einreiben ließ, das er irgendwo im
Zimmer gefunden habe, wie er sagte, als er plötzlich in einem ruhigen Moment neben
mir stand. Immerhin, er fragte um Erlaubnis. Inzwischen aber steht fest, dass
diese Tube „Soventol“ aus einem verschlossenen Umzugskarton (!) stammte, in dem
wir alle Medikamente für den Auszug aus unseren alten Wohnungen gesammelt
hatten. Am Abend war das Medikament ebenso weg wie Ihr Mitarbeiter. Das war nun
wirklich nicht verabredet.
Und das war auch nicht die einzige böse Überraschung: Es war zuvor klar verabredet
worden, dass die Schrankwand aus jeder Menge Billy und etlichen Bennos an der
linken Zimmerwand und haargenau links neben den dort eingelassenen Steckdosen
sowie einer Radio- und TV-Buchse aufgestellt werden sollte. Nun, die
Schrankwand steht heute haargenau davor, jene Buchsen sind damit im Rücken
verschwunden und nicht zu benutzen. Dabei hatte ich Ihrem Mitarbeiter genau
aufgeschrieben, in welcher Reihenfolge er die einzelnen Elemente anordnen
sollte. Ich weiß, es ist mein Fehler, dass mir das erst später aufgefallen ist.
Aber ich hatte an jenem Tag, zu jener Zeit noch keinen Grund dazu, an den
Fähigkeiten Ihrer Mitarbeiter zu zweifeln.
Somit zeugt es auch von unglaublicher Weitsicht, dass Ihr Kollege die
Billy Olsbo-Türen, die eigentlich für das rechte Ende der neuen Schrankwand vorgesehen
waren, ganz links montiert hat. Sonst wären sie nämlich immer vor den
Fenstersims geklatscht! Hätte er die Schrankwand aber, wie von mir geplant, mit
Abstand zur Wand, zu Steckdosen und Buchsen aufgebaut, hätte er diesen
Geistesblitz gar nicht erst haben müssen (oder war es doch eine
Vertuschungsaktion?).
Zudem trauern wir um Flären: Der Badezimmerschrank wurde zwar aufgebaut,
ist aber beschädigt und bereits reklamiert. Der Austausch soll am kommenden
Samstag, 21. Januar, erfolgen und wir sind schon gespannt auf weitere
Erlebnisse mit Ihrem Fachpersonal. Hoffentlich hat keiner von Ihren Kollegen eine
Zerrung im Rücken, denn „Voltaren“ (noch reichlich vorhanden in jenem Karton)
ist ungleich teurer als „Soventol“. Wir bringen das Gel also schon mal in
Sicherheit. Das Reklamationstelefonat lief zwar reibungslos, mit viel
Höflichkeit und ohne Verständnisschwierigkeiten auf beiden Seiten angenehm ab.
Aber auch dieses Telefonat kommt uns teuer zu stehen. Es waren gute 14 Minuten.
Ich hatte zuvor mein Glück mit einer Internet-Reklamation versucht und nach
einer langen Zeit des Suchens auch tatsächlich das Online-Formular auf Ihren
Seiten aufgespürt. Ich füllte es aus, tippte endlos lange Zahlenreihen hinein
und drückte am Ende auf „Senden“. Was für ein Fehler: Plötzlich war das
Formular wieder weiß, alle Angaben futsch. Also doch anrufen und 14 Cent pro
Minute in Service-Kompetenz investieren … Als erstes wollte Ihr Kollege am
Telefon übrigens wissen, warum ich ausgerechnet in Dresden anriefe, wenn ich
doch Kölner sei. Nun, ich habe die Rufnummer gewählt, die ich auf Ihrer Seite
vorgefunden habe! Beim heiligen Benno und Billy, das schwöre ich …
Ich weiß nicht, was Sie mit Schreiben wie diesem anfangen. Aber glauben
Sie mir, ich bin ein gelassener Mensch und hätte auch die „Soventol“-Affäre mit
einem Lächeln abgetan, wären nicht all die anderen Umstände gewesen, die
weitere Kosten (wenn auch überschaubar) verursacht und vor allem weitere
(Frei-) Zeit (unbezahlbar) verschluckt haben. Wir werden bald mit starken
Freunden versuchen, sämtliche Billys und alle Bennos derart zu verrücken, dass
die Buchsen wieder frei zugänglich sind. Und vielleicht hilft und ja Ihr
Kollege dabei, der am Samstag zu uns kommt, um Flären auszuwechseln. Sollte er
am Ende wirklich Rückenschmerzen haben, geben wir ihm unser „Voltaren“ recht
gern. Und vielleicht darf er es auch behalten – je nachdem, wie sie sehr es
wehtut.
Mit freundlichen Grüßen,
Jens Höhner
Samstag, 24. Dezember 2011
Terror, der aus der Karte tönt
Von Jens Höhner
Plötzlich ist es passiert. Ein dicker
blauer Strich zieht sich von einer Ecke zur anderen. Ein irreparabler Schaden
auf der eben noch blütenweißen Weihnachtskarte. Ein Fall für die Tonne. Eben,
vor gut einer halben Stunde und kurz nach Ladenschluss, ist die Welt noch hübsch
in Ordnung gewesen. Ruhig war’s und nahezu besinnlich. Zu Hause brennen Kerzen,
die Füllfeder ist betankt, ein gutes Glas Rotwein soll das Schreiben der
Weihnachtspost ein bisschen beschleunigen. In der Tat, die Feder fliegt über
das Papier, aber das Herz rast wenig besinnlich, als jener Tintenstrich tiefblau
übers Kartenweiß eilt. Auf der Stirn perlt der Schweiß, während der Kerl am
anderen Ende des Füllers aufgesprungen ist vom Schreibtisch und ziemlich
unweihnachtliche Flüche ausstößt, etwa „Du bescheuertes Rentier, Du!!!“ oder –
beim Anblick des Weihnachtsmannes: „Du fetter Sausack im Puschelmantel!“
Dabei ist das Angebot echt gut gewesen: Jede Weihnachtskarte
für nur einen Euro! Nur einen Euro! Denn ist es fünf vor zwölf, wenn die Adventspost
pünktlich zum Fest die Freunde erreichen soll, dann ist jetzt Schreiben
angesagt, eben bei Kerzenschimmer, Rotwein und bis vor einigen Augenblicken
recht entspannter Atmosphäre – und einem gewissen Stolz, doch noch alles
rechtzeitig zu schaffen. Dem türkischen Kiosk an der Ecke sei Dank. Eine Karte,
ein Euro, einfach unschlagbar.
Und wer ahnt schon, dass die gut verpackte Ware plötzlich
Geräusche macht? Dass aus Rentierfratzen irrelaut, aber monoton „Jingle Bells“
plärrt? Oder dass ein rotes Weihnachtsmanngeschicht ohrenbetäubend „O
Tannenbaum“ schmettert? Jede Karte ist ein Treffer, jener Dudelmechanismus beim
Aufklappen funktioniert mit verlässlicher und vor allem martialischer
Perfektion. Für 20 Euro habe ich Spitzenware des weihnachtlichen Frohsinns
erstanden, der mich vor dem vermeintlich ersten Federstrich kolossal
erschreckt.
Während ich später nach dem ärgerlichen Tintenmalheur endlich
auch die letzte Terror-Grußkarte in ihrem adressierten Umschlag verstaue, hoffe
ich auf die Deutsche Post. Die hat schon ganze andere Sachen kaputtgekriegt.
Mittwoch, 12. Oktober 2011
Süße Träume auf Etage 4
Von Jens Höhner
Aus einem Lautsprecher tröpfelt moderne Jazzmusik, in ausgedehnten Klangwelten nöhlt ein Saxofon. Ich gleite – nein, ich schwebe – nahezu durch mir unbekannte, höchst moderne Lounge-Landschaften wie aus dem Katalog, eingelullt von dieser sphärischen Musik. Benebelt bin ich, vielleicht sogar high. Hier riecht es nach schwerem Holz, dort nach aufgerautem Leder. Üppigste Kissenberge laden ein zur Rast, Duftstäbe zur Linken und zur Rechten verströmen ihr Aroma. Ein Buddha grinst starr in den Raum hinein. Meine Arme werden schwer, die Beine sind es längst.
Aus dem Vorwärtsgleiten wird auf Etage 4 schließlich ein Taumeln. Ich kann nicht mehr. In den Ohren rauscht und braust es, immer wieder drängt sich jenes Saxofon in den Gehörgang. Meine Augen flimmern, die Nase juckt ob einer neuen Duftattacke. Alles dreht sich, mir sinkt der Kopf auf die Brust. Nur noch ein paar Schritte, denke ich, nur noch ein bisschen vorwärts. Dann kippe ich endlich um und versinke in flauschigen Decken, gerade eben spüre ich noch das bereitwillige Entgegenkommen einer hervorragenden Matratze. Dann ist es dunkle Nacht, ich werfe mich in Morpheus‘ Arme und gebe mich den Träumen hin. Herrlich. Ist es ein wirklicher Rausch?
Plötzlich ein energisches Räuspern. Dann ein Hüsteln, gefolgt von einem noch energischeren Räuspern. Eine Stimme dringt in meine Traumwelt. „Entschuldigung“, sagt sie. „Entschuldigung, Sie können doch nicht …“. Jemand greift an meine Schulter, fasst zu, schüttelt mich. Ich werde wach, plötzlich. Ich reibe mir die Augen. Vor mir steht ein Mann in einem schlechtsitzenden Polyesteranzug. Ein Verkäufer. Um mich herum stehen Betten, Betten und noch mal Betten. Und ich habe mir eines davon ausgesucht, um mich hinzulegen – auf Etage 4 von Möbel Meyer. „Mehr als drei Möbelhäuser sollte man einfach nicht an einem Tag aufsuchen, das ist zu viel“, urteile ich, während ich mich, eine Entschuldigung brummend, aus dem Ausstellungsstück schäle. „Sie sollten Ihre Kunden nicht so einlullen“, erkläre ich dem verdutzten Verkäufer, zeige auf die Duftstäbchen, deute auf die Jazz erfüllten Lautsprecher und trolle mich, verfolgt von einem nöhlenden Saxofon.
Aus einem Lautsprecher tröpfelt moderne Jazzmusik, in ausgedehnten Klangwelten nöhlt ein Saxofon. Ich gleite – nein, ich schwebe – nahezu durch mir unbekannte, höchst moderne Lounge-Landschaften wie aus dem Katalog, eingelullt von dieser sphärischen Musik. Benebelt bin ich, vielleicht sogar high. Hier riecht es nach schwerem Holz, dort nach aufgerautem Leder. Üppigste Kissenberge laden ein zur Rast, Duftstäbe zur Linken und zur Rechten verströmen ihr Aroma. Ein Buddha grinst starr in den Raum hinein. Meine Arme werden schwer, die Beine sind es längst.
Aus dem Vorwärtsgleiten wird auf Etage 4 schließlich ein Taumeln. Ich kann nicht mehr. In den Ohren rauscht und braust es, immer wieder drängt sich jenes Saxofon in den Gehörgang. Meine Augen flimmern, die Nase juckt ob einer neuen Duftattacke. Alles dreht sich, mir sinkt der Kopf auf die Brust. Nur noch ein paar Schritte, denke ich, nur noch ein bisschen vorwärts. Dann kippe ich endlich um und versinke in flauschigen Decken, gerade eben spüre ich noch das bereitwillige Entgegenkommen einer hervorragenden Matratze. Dann ist es dunkle Nacht, ich werfe mich in Morpheus‘ Arme und gebe mich den Träumen hin. Herrlich. Ist es ein wirklicher Rausch?
Plötzlich ein energisches Räuspern. Dann ein Hüsteln, gefolgt von einem noch energischeren Räuspern. Eine Stimme dringt in meine Traumwelt. „Entschuldigung“, sagt sie. „Entschuldigung, Sie können doch nicht …“. Jemand greift an meine Schulter, fasst zu, schüttelt mich. Ich werde wach, plötzlich. Ich reibe mir die Augen. Vor mir steht ein Mann in einem schlechtsitzenden Polyesteranzug. Ein Verkäufer. Um mich herum stehen Betten, Betten und noch mal Betten. Und ich habe mir eines davon ausgesucht, um mich hinzulegen – auf Etage 4 von Möbel Meyer. „Mehr als drei Möbelhäuser sollte man einfach nicht an einem Tag aufsuchen, das ist zu viel“, urteile ich, während ich mich, eine Entschuldigung brummend, aus dem Ausstellungsstück schäle. „Sie sollten Ihre Kunden nicht so einlullen“, erkläre ich dem verdutzten Verkäufer, zeige auf die Duftstäbchen, deute auf die Jazz erfüllten Lautsprecher und trolle mich, verfolgt von einem nöhlenden Saxofon.
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