Dienstag, 1. Mai 2012
Männerleben, Teil 3
Heute Abend, also gleich, sind wir zum Tapas-Essen mit Freunden verabredet. Mir bleibt nun noch etwas mehr als eine Stunde. Doch die möchte ich der Versöhnung widmen! :-)
Wünsche Euch einen tollen Mai-Abend ...
Liebe Grüße,
Jens
Sonntag, 29. April 2012
Männerleben, Teil 2
Die erste Weihnachtsgeschichte habe ich gerade geschrieben, zuletzt befeuert von Aperol Spritz, denn draußen scheint die Sonne, es ist schwül und warm und damit alles andere als weihnachtlich. Dank des Aperols ist mir wenigstens festlich ... Davor war ich zu Gast im "Dynamit Cabaret" und davor wiederum habe ich Johann von der Lohes Heimat und seine Flucht beschrieben. Alles in allem bin ich sehr zufrieden, auch wenn sich beim Schreiben offenbar, wie viel ich werde recherchieren müssen, wie viel Historisches geklärt werden muss. Anke durfte die Kapitel schon lesen - und ich freue mich sehr darüber, dass sie beeindruckt ist und mich in dem Gefühl bestätigt, dass ich mit "Männerleben" auf einem richtigen Weg bin.
Da der Periplaneta-Verlag ob des Themas eher zögerlich reagiert hat, überlege ich, ob ich noch einmal die Ochsentour gehe und sämtliche Verlage anschreibe. Oder ob ich im Oktober bei der Frankfurter Buchmesse Klinken putze ... Aber so viel ist klar: Diese Geschichten werden zu Ende geschrieben.
Jetzt leere ich meinen Aperol, dann gibt es Abend essen. Und wenn die schmerzenden Laptopfinger dann noch einmal wollen, schreibe ich noch Weihnachten, Teil 2 ...
Ich wünsche einen tollen Abend. Liebe Grüße,
Euer Jens
PS: Auf dem Bild seht Ihr Chris aus Berlin, die ich im Hamburger "Pulverfass-Cabaret" an der Reeperbahn kennen lernen durfte.
Sonntag, 25. März 2012
Das Feedback könnte bisher unterschiedlicher kaum sein. Diejenigen, die eingeweiht sind und den Inhalt kennen, sind sehr wohlwollend, wenn nicht sogar begeistert. Von professioneller Seite aber schlagen mir Bedenken entgegen, auch mein Verlag gibt sich bisher sehr skeptisch, weil es um ein "Spezialthema" geht, wie es von dort heißt. Aber das Thema an sich kam an, es gefiel. Eine klare Absage kam gestern zudem aus der Filmbranche, weil man mit dem Thema Probleme in der Vermarktung sieht, wobei der zuständige Projektentwickler an sich auch mehr als angetan war von der Idee.
Für mich bedeutet dies: Ich bin auf dem richtigen Weg. Vielleicht braucht es dieses Buch gerade jetzt. Um mir selbst Mut zu machen, mich weiter zu motivieren und das Schreiben fortzusetzen, beginne ich diesen Block, der "Männerleben" dokumentierend begleiten soll, ohne dass zu viel verraten würde. Heute Abend jedenfalls werde ich schreiben, so lange ich die Augen aufhalten kann. Es hat so unglaublich gut getan, heute ein Kapitel zu schreiben und den Weg zurück zu finden zu Konrad und Johann, meinen beiden Protagonisten.
Ich freue mich über Feedback, schreibt mir! Macht mir Mut und begleitet mich dabei. Schreiben kann manchmal furchtbar einsam sein. Und an die Eingeweihten: Ich brauche jetzt Eure Hilfe, Eure Kontakte und vor allem Eure Geschichten.
Ich bin guter Dinge.
Liebe Grüße,
Euer Jens
Mittwoch, 18. Januar 2012
Möbelkauf und Comedy
Samstag, 24. Dezember 2011
Mittwoch, 12. Oktober 2011
Süße Träume auf Etage 4
Aus einem Lautsprecher tröpfelt moderne Jazzmusik, in ausgedehnten Klangwelten nöhlt ein Saxofon. Ich gleite – nein, ich schwebe – nahezu durch mir unbekannte, höchst moderne Lounge-Landschaften wie aus dem Katalog, eingelullt von dieser sphärischen Musik. Benebelt bin ich, vielleicht sogar high. Hier riecht es nach schwerem Holz, dort nach aufgerautem Leder. Üppigste Kissenberge laden ein zur Rast, Duftstäbe zur Linken und zur Rechten verströmen ihr Aroma. Ein Buddha grinst starr in den Raum hinein. Meine Arme werden schwer, die Beine sind es längst.
Aus dem Vorwärtsgleiten wird auf Etage 4 schließlich ein Taumeln. Ich kann nicht mehr. In den Ohren rauscht und braust es, immer wieder drängt sich jenes Saxofon in den Gehörgang. Meine Augen flimmern, die Nase juckt ob einer neuen Duftattacke. Alles dreht sich, mir sinkt der Kopf auf die Brust. Nur noch ein paar Schritte, denke ich, nur noch ein bisschen vorwärts. Dann kippe ich endlich um und versinke in flauschigen Decken, gerade eben spüre ich noch das bereitwillige Entgegenkommen einer hervorragenden Matratze. Dann ist es dunkle Nacht, ich werfe mich in Morpheus‘ Arme und gebe mich den Träumen hin. Herrlich. Ist es ein wirklicher Rausch?
Plötzlich ein energisches Räuspern. Dann ein Hüsteln, gefolgt von einem noch energischeren Räuspern. Eine Stimme dringt in meine Traumwelt. „Entschuldigung“, sagt sie. „Entschuldigung, Sie können doch nicht …“. Jemand greift an meine Schulter, fasst zu, schüttelt mich. Ich werde wach, plötzlich. Ich reibe mir die Augen. Vor mir steht ein Mann in einem schlechtsitzenden Polyesteranzug. Ein Verkäufer. Um mich herum stehen Betten, Betten und noch mal Betten. Und ich habe mir eines davon ausgesucht, um mich hinzulegen – auf Etage 4 von Möbel Meyer. „Mehr als drei Möbelhäuser sollte man einfach nicht an einem Tag aufsuchen, das ist zu viel“, urteile ich, während ich mich, eine Entschuldigung brummend, aus dem Ausstellungsstück schäle. „Sie sollten Ihre Kunden nicht so einlullen“, erkläre ich dem verdutzten Verkäufer, zeige auf die Duftstäbchen, deute auf die Jazz erfüllten Lautsprecher und trolle mich, verfolgt von einem nöhlenden Saxofon.
Dienstag, 23. August 2011
"Tomorrow's World" - oder: Kino für Kopf und Ohren
Von Jens Höhner
Sicherlich wäre es für Vince Clarke und Andy Bell ein Leichtes gewesen, auf der anhaltenden Achtziger-Jahre-Revival-Welle mitzureiten und sich schamlos selbst zu kopieren. Stattdessen aber schenkten die beiden Pioniere des Synthie-Pop ihr Vertrauen dem erst 26 Jahre alten Musikproduzenten Frankmusik aus London, der sich des neuen Erasure-Albums „Tomorrow’s World“, dem 14. Studiowerk der Band, annehmen durfte. Herausgekommen ist tatsächlich etwas von morgen, ein modernes und gradliniges Diskopop-Album, bei dem die Fans zwar auf die Soundspielereien von Vince Clarke weitestgehend verzichten müssen. Dafür aber brechen wahre Soundwände im Kinoformat über den Hörer herein – „Erasure goes Lady Gaga“ könnte das Motto gewesen für die Arbeit an „Tomorrow’s World“, das sich – wenn man den nach Vergleichen sucht – vielleicht als eine Mischung aus den früheren Erasure-Alben „Cowboy“, „Erasure“ und „Nightbird“ beschreiben lässt.
Bei aller Euphorie über diesen „Langspieler“ (man beachte die Anführungszeichen) muss aber festgehalten werden, dass es mehr als enttäuschend ist, dass die Herren Clarke und Bell gerade mal neun Songs anbieten, die es zusammen auf eine Spielzeit von nicht mal 32 Minuten bringen. Das ist mager. Wer noch mehr neues Erasure-Material hören will, muss auf die limitierte Version des Albums zurückgreifen, auf der es mit „Give me life“ dann wenigstens noch einen zehnten neuen Song zu hören gibt.
„Tomorrow’s World“ im Einzelnen:
01 „Be with you“:
Zuckersüßer, etwas klebriger Diskopop mit Ohrwurm-Garantie. Das Besondere an diesem Stück ist – wie bei anderen Songs des neuen Albums auch – der Gesang, der live und nahezu unbearbeitet klingt – geradeso, als säße Andy Bell in der Lautsprecherbox vor einem. Ein guter Opener, der Lust auf mehr macht, zum Beispiel auf „Fill us with fire“.
02 „Fill us with fire“: Der zweifelsohne stärkste Song des Albums, der sich wunderbar als Auftaktsingle geeignet hätte. Eine fantastische Melodieführung, ein perfektes Arrangement setzen erneut den Gesang Andy Bells wunderbar in Szene. Auch gibt es bei diesem Up-Tempo-Stück die ansonsten sehr spärlich eingesetzten en analogen Synthie-Finessen von Vince Clarke. Geht sofort ins Ohr – und reift dort lange nach.
03 „What will I say when you’re gone“: Eine der beiden Balladen auf dem neuen Langspieler und
vielleicht der langweiligste Song auf „Tomorrow’s World“. Die Melodie kommt sehr vorhersehbar daher – allein der Gesang von Andy Bell reißt diese Nummer aus der Belanglosigkeit.
04 „You’ve got to save me right now“: Dieser Song lässt hinhören, so ungewöhnlich ist er.Feinster Elektro-Blues von Erasure! Bei den vergangenen „Total Pop!“-Konzerten hat das Stück unter dem Kurztitel „Save me“ bei den Fans gemischte und überwiegend ablehnende Kritik hervorgerufen. Musikalisch ist er ob seines komplizierten Arrangements und der gesanglichen Herausforderung ein echter Knaller und damit ein Album-Highlight. Man muss ihn mehrfach hören, um den Charme der sauber produzierten Studioversion herauszuhören.
05 „A whole lotta love run riot“: Eine schnelle, stampfende Diskonummer mit ziemlich vielen Vocoder-Effekten, die sich ziemlich überraschend in den Soundkaskaden verlieren – eine clevere Produktion und eines jener Stücke, die mit überwältigenden Soundwänden aufwarten. Geht sofort ins Ohr, auch dank seiner eher schlichten Melodie. Und die Fans kommen in den Genuss, Andy Bell auf Französisch singen zu hören.
06 „When I start to (Break it all down)“: Ein wundervoller Song mit einer charmanten Melodie, die sich schnell in den Gehörgang kuschelt. Als erste Single nach einer Erasure-Pause von vier Jahren scheint er aber als Vorbote eher ungeeignet. Von der Musik her klingt das Stück eher reduziert, es lebt vom famosen Gesang Andy Bells, der erneut stark nach Live-Aufnahme klingt. Im Hintergrund dürfen endlich Vinces Clarkes Synthesizer hemmungslos hervorsprudeln – überraschendes, fesselndes Ende. Warum Frankmusik davon gleich eine Coverversion aufgenommen hat, ist allerdings ein Rätsel – von diesem eher missratenen Machwerk sollte man ohnehin Finger und Ohren lassen.
07 „I lose myself“: Hammerstarke Elektro-Nummer, die sich als Single nur so aufdrängt. Erinnert an
Donna Summers „Hot Stuff“. Knallhartes, trockenes Arrangement, eine absolute Partynummer. Das Modern-Talking-Klavier in der Mitte aber hätten besser Soundtüfteleien aus Vince Clarkes Klangschmiede ersetzt … Man darf sich – wie übrigens bei der Mehrzahl der neuen Kompositionen – auf das Live-Erleben freuen.
08 „Then I go twisted“: Und noch einmal geht’s auf den Dancefloor, lasziver Diskopop mit explosivem Sound und wummernden Beats, wunderbar kühl produziert und von Andy Bell betörend vorgetragen. Wieder aber kommt der Vocoder zum Einsatz, um den Gesang zu manipulieren – Geschmackssache. Ein Ohrwurm aber allemal.
09 „Just when I thought it was ending“: Eine umwerfende Ballade – vielleicht die beste, die Erasure jemals produziert haben, so bezaubernd wie einst „No doubt“. Üppige Klangteppiche, die den Song nach Soundtrack klingen lassen – großes Kino im wahrsten Sinne des Wortes. Schmeichelt sich ins Ohr und bleibt ewig in den Gedanken. Zusammen mit „Fill us with fire“ ein Höhepunkt auf „Tomorrow’s World“.
Fazit: Ein insgesamt starkes Album, das die Fans aber spalten wird. Die Vincianer werden eher enttäuscht sein, während die Bellianer frohlocken dürften wegen der brillanten Gesangsleistung, die Lust auf die kommenden Live-Auftritte macht. Insgesamt wäre zu wünschen gewesen, dass es mehr neues Material gibt, das zeigt: Erasure sind noch lange nicht am Ende der Kreativität angelangt. Im Vergleich mit einem Album wie „Nightbird“ aber fällt „Tomorrow’s World“ dann doch deutlich ab. Oder mit einer Schulnote ausgedrückt: 2-.